Futures und Forwards
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Futures und Forwards

Futures und Forwards sind Termingeschäfte.

Termingeschäft

Termingeschäft Definition

Ein Termingeschäft ist

  • ein verbindlicher Vertrag, d.h. ein Kontrakt, über den Kauf oder den Verkauf
  • einer als Kontraktgröße bezeichneten, definierten Menge
  • eines vorgegebenen, als Basiswert bezeichneten Gutes
  • zu einem festgelegten Preis, dem Terminkurs.

Lieferung und Zahlung erfolgen

  • zu einem in der Zukunft liegenden, im Kontrakt festgelegten Termin, zur sogenannten Kontraktfälligkeit.

Termingeschäft Einordnung

Im Gegensatz zu einer Option ist ein Termingeschäft für den Käufer wie auch für den Verkäufer eine bindende Verpflichtung.

Ein Termingeschäft ist somit ein Derivat, da der Preis bzw. Wert des Termingeschäftes von der Kontraktgröße und vom jeweiligen Basiswert abhängt.

Ein Termingeschäft dient zur Absicherung gegen künftige, potentielle Verluste infolge Preisveränderungen des Basiswertes, denn der Preis für den Erhalt des Basiswertes zum zukünftigen Zeitpunkt ist mit dem Eingehen des Termingeschäftes fix.

Bei einem Termingeschäft tragen sowohl Käufer wie auch Verkäufer Erfüllungspflichten. Somit ist es bei Termingeschäften grundsätzlich nicht norwendig, einer der Vertragsparteien einen Risikoausgleich zu schaffen, wie dies bei Optionen durch die Optionsprämie erfolgt.

Kassakurs und Terminkurs

Der Kassakurs ist der Preis, der bei einer sofortigen Lieferung des Handelsobjektes bzw. Basiswertes bezahlt wird.

Der Terminkurs bezeichnet den Preis, der am heutigen Tag für eine Lieferung eines Handelsobjektes bzw. Basiswertes zu einem späteren Zeitpunkt bezahlt wird.

Kassakurs und Terminkurs für ein Handelsobjekt unterscheiden sich in der Regel.

Kassakurs und Terminkurs verändern sich im Zeitablauf zumeist in ein und dieselbe Richtung.

Kassakurs und Terminkurs nähern sich üblicherweise an, je näher der Zeitpunkt für die Lieferung des Handelsobjektes bzw. Basiswertes rückt.

Sicherheitsleistungen

Generell werden bei Termingeschäften Sicherheitsleistungen erbracht, um das Risiko der Nichterfüllung des Kontraktes durch eine der beteiligten Parteien abzusichern.

Termingeschäftsarten

Man unterscheidet Termingeschäfte je nach Basiswert. So unterscheidet man i.A. zwischen Finanzterminkontrakten und Warenterminkontrakten.

Futures und Forwards

Bei Termingeschäften unterscheidet man zwischen Futures und Forwards.

Bei Futures findet der Geschäftsabschluss von Termingeschäften im Rahmen einer Terminbörsen- und Clearing-Organisation statt, bei Forwards außerbörslich.

Die hierdurch resultierenden, wichtigsten Unterschiede zwischen Futures und Forwards veranschaulicht die nachfolgende Tabelle:

Merkmal Futures Forwards
Kontraktbedingungen standardisiert individuell/variabel
Kontrakthandel börslich außerbörslich
Kontrakterfüllung selten erwartet
Sicherheitsleistungen von der Börse vorgegeben von den Kontraktparteien vereinbart
Ausfallrisiko trägt Clearingorganisation trägt der Kontraktpartner
Liquidität durch Standardisierung hoch eingeschränkt
Gewinn- und Verlust-Ausgleich tägliche Verrechnung bei Kontraktfälligkeit im Rahmen von Lieferung und Zahlung

Kontraktbedingungen und Kontrakthandel

Kontrakte in Futures sind bezüglich Basiswert, Kontraktfälligkeit, Kontraktgröße sowie andere Vertragsbestandteile standardisiert und werden an sogenannten Terminbörsen gehandelt.

Hingegen können die Kontraktbedingungen bei Forwards von Forward zu Forward variieren. Forwards werden hierdurch zwangsläufig zu Elementen des außerbörslichen Handels.

Kontrakterfüllung

Aufgrund der Standardisierung von Futures können Teilnehmer am Handel von Futures Verpflichtung aus einem Future durch eine adäquate Gegentransaktionen ausgleichen, d.h. einen Kauf durch einen entsprechenden Verkauf und umgekehrt. Der Handel von Futures dient nicht primär der tatsächlichen Lieferung des Basiswertes bei Kontraktfälligkeit, sondern dem Kursrisikomanagement im Basiswert.

Forwards hingegen dienen hauptsächlich der Lieferung des Basiswertes.

Sicherheitsleistungen und Ausfallrisiko

Höhe und Form der Sicherheitsleistungen bei Futures werden, wie die anderen Kontraktbedingungen, von der Terminbörse festgelegt. Die Gegenpartei, d.h. der Vertragspartner, bei Futures ist üblicherweise die Clearing-Organisation, die somit auch das Ausfallrisiko übernimmt.

Forwards werden im Allgemeinen nicht über eine Clearing-Organisation abgewickelt. Das Ausfallrisiko tragen beide Vertragspartner.

Liquidität

Futures sind aufgrund der Standardisierung und des Börsenhandels leicht veräußerbar. Dies gilt nicht für Forwards.

Gewinn- und Verlust-Ausgleich

Gewinne wie auch Verluste, die aus einer Position in Futures aufgrund von Änderungen des Abschlusskurses im Vergleich zum Vortag entstehen, werden am Ende des Tages den Handelsteilnehmern gutgeschrieben bzw. in Rechnung gestellt. Dieser tägliche Gewinn- und Verlust-Ausgleich bei Futures verhindert das Anhäufen von Verlusten über längere Zeit und gewährleistet somit die finanzielle Integrität des Handels an der Terminbörse.

Bei Forwards gibt es hingegen keinen täglichen Gewinn- und Verlust-Ausgleich. Der entstehende Gewinn bzw. Verlust wird erst durch die Lieferung und Zahlung realisiert.

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